„Strafrecht und mehr“ aus der LMU München: Kolloquium mit den CDIR-Studierenden

11. September in Peking.

Im Rahmen einer von der Hanns-Seidel-Stiftung organisierten Reise mit mehreren Stationen in Peking besuchten Prof. Dr. Armin Engländer und Prof. Dr. Helmut Satzger von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) die Fakultät für Rechtsvergleichung der China University of Political Science and Law (CUPL). Neben mehreren Vorträgen an der CUPL nahmen sich die beiden Strafrechtswissenschaftler Zeit für ein Kolloquium in deutscher Sprache mit den Studierenden des CDIR. Auch mehrere deutsche Austauschstudierende beteiligten sich an dem Gespräch.

Vielfältiger Austausch: Prof. Armin Engländer (links, LMU), Prof. Helmut Satzger (Mitte, LMU) und CDIR-Vizedirektor Balduin Benesch (rechts) zum Abschluss des Kolloquiums.

Diskutiert wurden etwa der deutsche Diskurs über die Todesstrafe, strafrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch, die unterlassene Hilfeleistung sowie Strafbarkeiten, deren Bewertung in besonderem Maße durch unterschiedliche gesellschaftliche Vorstellungen geprägt ist. Auch aktuelle Entwicklungen des chinesischen Rechts wurden einbezogen. Zugleich berichteten die beiden Professoren über die deutsche Universitäts- und Studienkultur und zeigten großes Interesse am Studienalltag der chinesischen Studierenden.

CDIR-Vizedirektor Balduin Benesch griff zudem die Bedeutung des juristischen Gutachtenstils als fachübergreifendes juristisches Handwerkszeug auf. Im Mittelpunkt stand dabei, dass die deutschsprachigen Lehrveranstaltungen am CDIR nicht allein Rechtskenntnisse vermitteln sollen. Die im Studium eingeübte strukturierte Analyse komplexer Sachverhalte und die präzise juristische Argumentation sind Fähigkeiten, die sich auf unterschiedliche Rechtsgebiete übertragen lassen und sich auch im späteren Berufsalltag bewähren.

Im Anschluss führten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hanns-Seidel-Stiftung Interviews mit einzelnen CDIR-Studierenden. Selbst als die vorgesehene Zeit bereits nahezu ausgeschöpft war, entstand aus einer letzten studentischen Frage nochmals eine Diskussion zum Klimastrafrecht. Prof. Satzger lud die Studierenden ein, den Austausch bei einem späteren Besuch an der LMU oder auch im direkten E-Mail-Kontakt fortzusetzen.

Gerade dieser unkomplizierte persönliche Austausch war ein wichtiges Element des Kolloquiums. Er ermutigte die Studierenden, eigene Fragen einzubringen und auch außerhalb des Unterrichts das Gespräch mit deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu suchen. Das CDIR freut sich darauf, seinen chinesischen und deutschen Studierenden im weiteren Studienjahr weitere Gelegenheiten für einen solchen unmittelbaren fachlichen Austausch zu bieten und heißen interessierte dt. Gastwissenschaftler am Institut herzlich willkommen.