Erfahrungsberichte dt. Austauschstudierender aus dem Studienjahr 2025/26

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1. Jamila Meinert von der Humboldt-Universität zu Berlin – Sommersemester 2026

Im Sommersemester 2026 habe ich im Rahmen meines Jurastudiums, damals im achten Fachsemester, ein Auslandssemester an der China University of Political Science and Law (CUPL) in Peking absolviert. Rückblickend war es eine der bereicherndsten Erfahrungen meines gesamten Studiums. Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen von der Bewerbung über die Vorbereitung, das Ankommen und den Alltag auf dem Campus bis hin zu Kursen, Reisen und persönlichen Highlights teilen, um zukünftigen Austauschstudierenden einen möglichst konkreten Einblick zu geben.

Der Bewerbungsprozess für das Austauschsemester begann bereits im Oktober des Vorjahres. Neben den üblichen Bewerbungsunterlagen mussten einige Dokumente eingereicht werden, unter anderem ein Physical Examination Form (ärztliches Gesundheitszeugnis). Hierfür sollte man sich rechtzeitig kümmern, da für die verschiedenen abzufragenden Untersuchungen teilweise unterschiedliche Ärzte aufgesucht werden müssen und das nicht immer kurzfristig zu organisieren ist. Parallel zur Einreichung der Dokumente erhält man bereits erste Informationen zum Visum, das für den Aufenthalt beantragt werden muss. Im November kam dann die Bestätigung des Stipendiums, was ein schöner Moment war und den Beginn der eigentlichen Reisevorbereitung markierte.

Vor der Abreise nach China lohnt es sich, einige Dinge im Vorfeld zu erledigen:

  • VPN herunterladen: Da in China der Zugriff auf viele westliche Dienste (Google, Instagram, WhatsApp etc.) blockiert ist, ist ein zuverlässiger VPN-Dienst essenziell. Ich kann Sakuracat sehr empfehlen.
  • WeChat und Alipay einrichten: WeChat wird sowohl zur Kommunikation als auch zum Bezahlen genutzt, Alipay primär zum Bezahlen. Beide Apps lassen sich bereits im Vorfeld mit einer eigenen Kreditkarte verknüpfen, sodass man von Anfang an zahlungsfähig ist.

Auch wenn man WeChat Pay und Alipay bereits vor der Abreise mit der eigenen Kreditkarte verknüpfen kann, empfehle ich sehr, nach der Ankunft in Peking zusätzlich eine chinesische Bankkarte zu beantragen. Es gibt immer wieder Situationen, in denen ausschließlich mit einer chinesischen Karte gezahlt werden kann. Ebenso sollte man sich direkt nach der Ankunft um eine SIM-Karte kümmern. Für beides – Bankkarte und SIM-Karte – sowie für die Registrierung auf dem Campus haben wir Unterstützung von den CUPL Student Buddys erhalten. Einige von ihnen haben sich sogar bereit erklärt, uns vom Flughafen abzuholen, und haben uns anschließend geholfen, die Bankkarte sowie die SIM-Karte zu beantragen. Sie standen während des gesamten Semesters als feste Kontaktpersonen zur Verfügung, was den Einstieg enorm erleichtert hat. Für den Weg vom Flughafen zum Campus empfiehlt sich übrigens definitiv DiDi (das chinesische Pendant zu Uber) statt eines klassischen Taxis, deutlich günstiger und unkomplizierter.

Die CUPL hat zwei Campusse: Haidian und Changping. Ich würde in jedem Fall eine Unterbringung auf dem Campus empfehlen, um mit den anderen Austauschstudierenden zusammenzubleiben und weil es organisatorisch einfach praktischer ist. Der Haidian Campus liegt näher am Stadtzentrum, während der Changping Campus etwas weiter außerhalb liegt, von dort braucht man mit der U-Bahn mindestens eine Stunde bis ins Zentrum. Ich habe im Wohnheim auf dem Haidian Campus gewohnt. Man teilt sich dort ein Zimmer mit einem anderen Studenten, und jedes Stockwerk teilt sich Toiletten, Duschen und einen Waschraum mit Waschmaschinen. Der Campus wirkte anfangs etwas unübersichtlich, aber man findet sich erstaunlich schnell zurecht. Auf dem Campus gibt es außerdem einen Supermarkt, ein Fitnessstudio, einen Reinigungsservice und einiges mehr, sodass der Alltag gut zu organisieren ist. Besonders gut gefallen hat mir die Mensa: Sie besitzt vier Stockwerke mit einer großen Vielfalt an Gerichten, und das Essen war immer lecker und frisch.

Das Kursangebot an der CUPL war inhaltlich sehr breit und interessant gefächert, von International Private Law über eine Introduction into the Chinese Legal System bis hin zu Academic English im Kontext von UN Human Rights war für praktisch jedes Interesse etwas dabei. Alle Kurse wurden auf Englisch unterrichtet. Zu Semesterbeginn waren die Kurse relativ überfüllt, was sich im Laufe des Semesters aber deutlich gelegt hat. Es gab in den meisten Kursen eine Anwesenheitspflicht, wobei Fehlzeiten teilweise auch Einfluss auf die Endnote hatten, das sollte man im Blick behalten. Die Kurse gehen ca. 8 Wochen lang. Die Kurse werden entweder mit einem Essay oder einer Präsentation (teilw. Auch Moot Courts) abgeschlossen. Leider saßen in unseren Kursen überwiegend nur Austauschstudierende, chinesische Studierende waren eher selten vertreten. Wer Chinesisch lernen möchte: Sprachkurse in unterschiedlichen Niveaustufen wurden auf dem Changping Campus angeboten, zusätzlich bietet auch das CDIR nach Absprache eigene Chinesischkurse an. Fachlich war für mich besonders wertvoll, dass ich Einblicke in Rechtsgebiete und Rechtssysteme erhalten habe, die im deutschen Jurastudium nicht vorkommen, allen voran das chinesische Rechtssystem selbst. Diese Perspektive hat meinen Blick auf Recht insgesamt erweitert.

Die Fortbewegung in Peking war unkompliziert: Die U-Bahn ist einfach zu benutzen und gut ausgebaut, ergänzend habe ich häufig DiDi genutzt, das im Vergleich zu westlichen Standards sehr günstig ist.Über das CDIR kam ich auch in Kontakt mit chinesischen Studierenden, unter anderem im Rahmen regelmäßiger Ausflüge. Auch von der CUPL wurden Kulturausflüge organisiert. Diese habe ich zwar mitgenommen, mein kultureller Austausch fand aber eher privat statt, über Freundschaften, die ich im Laufe des Semesters geschlossen habe.

Mein persönliches Highlight des gesamten Auslandssemesters waren tatsächlich genau diese Freundschaften: Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, mit denen ich nicht nur den Alltag in Peking geteilt, sondern auch gemeinsam gereist bin, sowohl innerhalb Chinas als auch in andere asiatische Länder.

Innerhalb Chinas kann ich Hainan, Shanghai und Guilin sehr empfehlen, drei völlig unterschiedliche, aber jeweils beeindruckende Ziele. Ein wichtiger Hinweis zum Visum: Da mein Visum nur eine einmalige Ausreise aus China erlaubte, habe ich Reisen ins Ausland bewusst erst an das Semesterende gelegt. Als ich nach meiner Auslandsreise wieder nach China einreisen wollte, war mein eigentliches Visum bereits abgelaufen, sodass ich auf Grundlage der visafreien Einreise für 30 Tage wieder ins Land kam. Wer während des Semesters mehrfach aus- und wieder einreisen möchte, sollte sich also frühzeitig über die Visabedingungen informieren, um nicht vor demselben Problem zu stehen. Meine Auslandsreise am Semesterende führte mich nach Südkorea (Seoul) sowie nach Japan (Tokio, Osaka und Okinawa), eine wunderbare Ergänzung zu den Erfahrungen in China und ein toller Abschluss der Zeit in Asien.

Insgesamt war das Auslandssemester an der CUPL eine unglaublich bereichernde Zeit, die mir riesigen Spaß gemacht hat und in der ich sowohl fachlich als auch persönlich enorm viel mitnehmen konnte. Fachlich habe ich Einblicke in Rechtsgebiete und -systeme gewonnen, die im deutschen Jurastudium keinen Platz haben, allen voran das chinesische Recht. Persönlich waren es vor allem die Freundschaften und gemeinsamen Reisen, die dieses Semester zu einem der schönsten Kapitel meines Studiums gemacht haben. Ich kann ein Auslandssemester an der CUPL jedem, der Interesse an China und einem internationalen Umfeld hat, uneingeschränkt empfehlen.

2. Zita Ekwuazi von der Universität Münster – Sommersemester 2026

Mein Semester an der China University of Political Science and Law (CUPL) in Peking war für mich eine außerordentlich bereichernde Erfahrung, die mich akademisch, kulturell und persönlich nachhaltig geprägt hat. Ich habe in dieser Zeit nicht nur viel gelernt, sondern auch viel Spaß gehabt und zahlreiche gute Freunde aus verschiedenen Ländern kennengelernt. China ist ein faszinierendes, vielfältiges Land und Peking als Hauptstadt ist eine wunderschöne Stadt, die voller Kultur, Geschichte und lebendiger Energie steckt.

Campusleben und Infrastruktur
Der Campus der CUPL ist modern und gut ausgestattet. Neben den Lehrgebäuden gibt es ein Computerzentrum, Sportmöglichkeiten und mehrere Cafeterien. Die Mensen bieten eine große Auswahl an Gerichten, von traditioneller nordchinesischer Küche bis hin zu internationalen Speisen. Das Essen war sehr gut, abwechslungsreich und preiswert, sodassman sich dort gerne mit seinen Freunden vor und nach dem Unterricht getroffen hat. Ca. 15 Minuten zu Fuß von der Uni gibt es auch ein Kino, welches wir oft besucht haben. DieTicketpreise sind deutlich angenehmer als in Deutschland und es gab alle internationalen Filme auf englisch. Ein weiteres persönliches Highlight war der Park direkt gegenüber der Uni. Dort bin ich täglich spazieren gegangen, besonders im Frühling war es besonders schön zu sehen, wie die verschiedenen Blüten die Bäume dekorieren.


Kurse
Das Sommersemester 2026 bot eine Vielfalt an Kursen für internationale Studierende an. Meine Kurse waren „Contemporary Chinese Political Science and Society“, „Criminal Justice in China“, „Private International Law“, „International Human Rights Law“ sowie „Academic English: Introduction to UN Human Rights Mechanism“. Der Kurs „Contemporary Chinese Political Science and Society“ bot einen fundierten Überblick über die politischen Strukturen, gesellschaftlichen Entwicklungen und aktuellen Debatten im heutigen China. Besonders interessant waren die Entwicklung der Zivilgesellschaft und die Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. „Criminal Justice in China“ führte in das chinesische Strafrecht, Strafverfahren und die Justizpraxis seit 1949 ein. Die Fallstudien und die Analyse von Rechtsprechung ermöglichten ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise des chinesischen Justizsystems. Der Kurs „Private International Law“ beschäftigte sich mit kollisionsrechtlichen Fragen, also damit, welches Recht bei grenzüberschreitenden Sachverhalten anzuwenden ist. Themen wie Familienrecht, Erbrecht, Vertragsrecht und Immaterialgüterrecht wurden anhand von Praxisbeispielen behandelt. „International Human Rights Law“ vermittelte die Grundlagen des internationalen Menschenrechtsschutzes, die wichtigsten Abkommen und die Durchsetzungsmechanismen auf globaler und regionaler Ebene. Besonders wertvoll war derneue Kurs „Academic English: Introduction to UN Human Rights Mechanism“, der nicht nur akademisches Englisch förderte, sondern auch einen detaillierten Einblick in die Arbeitsweise der UN-Menschenrechtsorgane, Vertragsausschüsse undBerichterstattungsverfahren gab.

Kulturelle Eindrücke und Freizeit
Peking ist eine Stadt, die Geschichte und Gegenwart auf einzigartige Weise verbindet. Die Stadt ist voller kultureller Schätze: von der Großen Mauer über den Sommerpalast und den Himmelstempel bis hin zur verbotenen Stadt und dem Tian’anmen-Platz. An Wochenendenund in den Ferien haben meine Kommilitonen und ich viele dieser Orte besucht und dabei nicht nur die historische Bedeutung, sondern auch die architektonische Schönheit und die symbolische Kraft dieser Stätten kennengelernt.Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten hat Peking auch ein lebendiges kulturelles Angebot: traditionelle Teehäuser, Opernaufführungen, moderne Kunstgalerien und eine vielfältige Gastronomie. Die U-Bahn ist schnell, sauber und zuverlässig, sodass man bequem alle Teile der Stadt erreichen kann und dabei die Rush Hour gut übergeht. Die Mischung aus traditionellen Märkten, modernen Einkaufszentren, grünen Parks und belebten Vierteln macht Peking zu einer Stadt, die niemals langweilig wird. Meine persönlichen Lieblingsorte waren Sanlitun und THE BOX-Mall für Mode, Trend und Cult in Ostasien, sowie Chaoyang Park für Natur und Relaxing. Was Restaurants angeht, ist für uns
das Türkische Restaurant “Sultan” ein Highlight gewesen. Aber auch die taiwanesische Dim Sum Kette “Din Tai Fung” ist einen Besuch definitiv wert, zumal der einzige Standort in Europa sich in London befindet. Für Leute mit einem süßen Zahn kann ich die Bäckereien “Holiland” und “Butterful & Creamerous” besonders empfehlen.

Soziales Leben und Freundschaften
Ein wesentlicher Bestandteil meines Semesters war das soziale Leben auf dem Campus. Durch die internationale Studierendenschaft habe ich viele gute Freunde aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Gemeinsames Lernen, Sporttreiben und Ausflüge haben schnell zu engen Freundschaften geführt. Diese internationalen Kontakte haben meinen Horizont erweitert und mir gezeigt, wie vielfältig und bereichernd ein globales Netzwerk sein kann. Dass sich in so kurzer Zeit so enge Freundschaften entwickeln können, hätte ich zu Beginn nicht gedacht, doch spätestens nach einem Monat fühlte es sich an, als hätte ich diese Menschen ein Leben lang gekannt.


Persönliches Fazit
Insgesamt war das Semester an der CUPL für mich eine sehr bereichernde Erfahrung. Ich habe viel Spaß gehabt, zahlreiche gute Freunde gefunden und mich sowohl akademisch als auch persönlich weiterentwickelt. Die Kurse waren interessant und haben mir wertvolle Einblicke in das chinesische und internationale Rechtssystem vermittelt. Das Essen in der Mensa war sehr gut, und die Infrastruktur der Universität hat ein angenehmes und produktives Lernen ermöglicht. China ist ein tolles Land und Peking ist eine wunderschöne Stadt voller Kultur und Geschichte, die ich jedem nur empfehlen kann. Sobald das Semester vorbei war, haben wir auch die Chance genutzt, China und die umgebenden Länder genauer kennenzulernen. Mit Freunden zusammen war ich in Sanya, Shanghai, Chengdu, Chongqing, Seoul, Tokio, Osaka und Okinawa. In China kann ich vor allem Sanya und Shanghai als Ausflüge empfehlen, doch auch Südkorea und Japan sind absolute Must-See-Places meines Erachtens nach.
Die Zeit an der CUPL hat mich nachhaltig geprägt und wird mir ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, diese Zeit in Peking verbringen zu dürfen, und würde ein solches Auslandssemester jederzeit wieder wählen.

3. Hakan Üstündat von der Humboldt-Universität zu Berlin – Sommersemester 2026

Die Vorbereitung: Bürokratie vs. Willkommenskultur
Die größte Hürde im Vorfeld war definitiv der medizinische Aufwand. Für das notwendige Physical Examination Record muss man einiges an Zeit einplanen: Von Röntgenaufnahmen über Bluttests (HIV, Syphilis) bis hin zum EKG (Elektrokardiogramm) ist alles dabei. Das sollte man frühzeitig in Deutschland organisieren. Im krassen Gegensatz dazu lief der Visumsprozess absolut reibungslos und schnell. Man merkt deutlich, dass China großen Wert auf angehende ausländische Akademiker legt.

Die CUPL: Top-Adresse mit interessanten Möglichkeiten Die CUPL ist für Jura die absolute Top-Adresse im chinesischen Kernland (Mainland China).
Als Austauschstudierende verbringt man die meiste Zeit auf dem Haidian-Campus. Dieser ist recht klein und überschaubar. Der zweite Campus in Changping (wo die Undergraduates und die Sprachkurse angesiedelt sind) liegt leider sehr abgelegen. Es gibt zwar regelmäßige Busverbindungen, die Fahrtzeit von rund 45 Minuten pro Strecke macht den Besuch derSprachkurse im Alltag jedoch etwas unpraktisch. Das Kursangebot selbst ist herausragend und bietet ein breites Spektrum, das es so in Deutschland (an meiner Heimatuni in Freiburg) nicht gibt. Besonders spannend waren die china-spezifischen und internationalen Module wie Human Rights, Arbitration, Criminal Justice in China oder Chinese Contemporary Politics. Einziger Wermutstropfen: Die Lehrveranstaltungen sind als 4-stündige Blöcke organisiert. Trotz Pausen ist das am Stück meiner Meinung nach einfach zu lang, um durchgehend konzentriert zu bleiben.


Zum Chinesischunterricht: Aufgrund meiner zahlreichen Reisen und der recht spät angesetzten Kurstermine habe ich die Unterrichtsstunden bei Frau Ding Minzhao leider nicht persönlich wahrnehmen können. Sie war jedoch so freundlich, uns ein Lehrbuch zur Verfügung zu stellen. In Kombination mit der App Chineasy habe ich meine Chinesischkenntnisse dennoch deutlich verbessern können. Besonders geschätzt habe ich zudem, dass die CDIR großen Wert darauf legt, uns Chinesisch beizubringen, indem sich chinesische Studierende die Zeit nehmen, mit uns zu üben.

Campusleben und kulinarische Highlights
Das Essen in der Mensa ist extrem günstig und wirklich gut. Mein absoluter Favorit war die Kombination aus Yá Ròu (Entenfleisch), Cài (Gemüse) und Mǐfàn (Reis).

Kosten und Budget: Der unterschätzte Faktor Der Wechselkurs war für uns Europäer während meines Aufenthalts sehr angenehm, was das alltägliche Leben extrem bezahlbar macht. Allerdings darf man die Gesamtkosten nicht unterschätzen! Da das Leben vor Ort günstig wirkt, verleitet es schnell dazu, viel zu konsumieren. Die schiere Menge an Reisen, tägliche Praktisch- und Bequemlichkeiten durch Apps wie Meituan (Lieferdienste) und das ständige Bestellen auf Taobao summieren sich am Ende rasant. Wer viel reist und den Komfort der chinesischen Apps voll nutzt, sollte sein Budget also trotz des guten Wechselkurses im Blick behalten.

Reisen & Interkulturelle Erfahrungen: Mein absolutes Highlight
Die Reisen während des Semesters waren das absolute Highlight meiner Zeit in Asien. Das Land ist riesig, extrem vielseitig und das Reisen unkompliziert. Obwohl Asien im Sommer sehr heiß ist, retten einen die überall perfekt funktionierenden Klimaanlagen (AC). Ich konnte unglaublich viel sehen:
– In China: Shanghai, Chengdu, Hainan, die Gubei Water Town, Guilin, die Kulisse von Zhangjiajie, Changsha, Dujiangyan und das Wulong-Karstgebiet. Einzig Chongqing war für mich persönlich ein kleiner Ausreißer – die Stadt ist visuell und akustisch eine pure Reizüberflutung.
– Außerhalb von Mainland China: Südkorea (Seoul), Taiwan (Taipeh) und Hongkong.
Überall bin ich auf extrem gastfreundliche Menschen gestoßen. Die wichtigste Erfahrung war jedoch die Begegnung mit Studierenden aus den verschiedensten Nationen. Unterschiedliche Kulturen zu entdecken und zu merken, wie viel wir von- und miteinander lernen können, war die absolute Peak Experience dieses Semesters. Meine interkulturelle Kompetenz hat einen riesigen Sprung gemacht und ich bin unglaublich dankbar für diese Möglichkeit.

Fazit: Ein echtes Abenteuer abseits der gewohnten Komfortzone
Zum Schluss noch ein ehrlicher Vergleich, ohne andere Erfahrungen schlechtreden zu wollen: Ein Auslandssemester in China ist etwas völlig anderes als ein Aufenthalt in Europa oder den USA. China ist halt komplett anders. Anfangs mag alles neu und ungewohnt sein, aber es ist eine einmalige Erfahrung, die nicht hätte bereichernder sein können. Die neuen Menschen, die man trifft, und die unvergesslichen Erinnerungen, die man sammelt, kann kein Geld der Welt ersetzen! Es ist ein tiefes Eintauchen in eine Kultur und ein System, das nach ganz eigenen Regeln funktioniert. Wer die Chance hat, an die CUPL zu gehen, sollte sie unbedingt nutzen. Packt genug Neugier ein, lasst euch auf das Abenteuer ein und freut euch auf eine Erfahrung, die eure Komfortzone erweitert und euch nachhaltig prägen wird!


4. Nicolas Brikman von der Goethe-Universität Frankfurt am Main – Wintersemester 2025/26

Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen bezüglich meines Austauschs an der CUPL über das CDIR schildern. Dabei werde ich versuchen, mich weniger auf organisatorische Hinweise sowie Daten und Fakten zu konzentrieren, da diese entweder bereits in anderen Erfahrungsberichten zu finden sind (Anmerkung der Redaktion: siehe Erfahrungsberichte vom Sommersemester 2025) oder man alle notwendigen Informationen ohnehin zu Beginn des Semesters erhält. Ziel dieses Berichts ist es vielmehr, unentschlossenen Studierenden bei der Entscheidung zu helfen, ob der Austausch an der CUPL das Richtige für sie ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass solche Berichte oft der einzige Weg sind, sich vorab einen Eindruck davon zu verschaffen, was einen vor Ort erwartet.

Vorweg kann ich sagen: Ich empfehle den Austausch auf jeden Fall weiter. Wenn der Leser dieses Berichts also ohnehin schon mit dem Gedanken spielt, würde ich empfehlen, den Schritt einfach zu wagen. Was jedoch allen bewusst sein sollte, ist, dass dieser Austausch nicht mit klassischen Erasmusaufenthalten, etwa einem  Semester in Barcelona, Rom oder Lissabon, vergleichbar ist. Gerade darin liegt meiner Meinung nach jedoch auch sein besonderer Reiz. Für mich war der Aufenthalt in China eine prägende Erfahrung, die allerdings nicht immer ganz einfach war.

Nachdem alles Organisatorische erledigt war, ging es für mich an einem Spätsommertag von Berlin nach Peking. Ich entschied mich für einen Direktflug, um nicht völlig erschöpft anzukommen, da mir bewusst war, dass bereits am ersten Tag viele Dinge erledigt werden mussten. Vom Flughafen fuhr ich zunächst mit dem Taxi zur Universität und beging dabei direkt meinen ersten Fehler: Ich stieg einfach in ein reguläres Taxi, anstatt über das Handy ein Didi (Anmerkung d.R.: „chinesisches Uber“) zu bestellen. Wie zu erwarten, wirkte sich dies negativ auf den Fahrpreis aus, sodass ich am Ende etwa das Vierfachezahlte. Das ist, denke ich, eine universelle Erfahrung, die mir auch schon auf anderen Kontinenten passiert ist und keinesfalls spezifisch für China steht.

An  dieser  Stelle  vielleicht  schon  ein  paar  Worte  zu  meinen  Erfahrungen  mit  den „Einheimischen“. Die Chinesen sind ein sehr herzliches und aufgeschlossenes Volk. Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich während der Monate in China stets wohl und willkommen gefühlt habe. Viele Vorurteile und Bilder, die wir im „Westen“ von China haben, stellten sich als falsch heraus. Auch das ist meiner Meinung nach ein guter Grund für diesen Austausch: Die Möglichkeit, eine wirklich andere Kultur kennenzulernen, ergibt sich in Europa nur selten , und ehrlich gesagt auch nicht unbedingt auf außereuropäischen Reisen, da diese oft zu kurz sind, um einen echten Alltag zu erleben.

Ich merke, ich schweife ab. Zurück zu meiner Ankunft an der Universität: Nach anfänglichem Umherirren auf dem Campus fand ich schließlich das International Office, wo mich Mrs. Gao herzlich willkommen hieß. Der nächste Schritt war der Einzug ins Wohnheim. Die Universität stellt ein eigenes Gebäude für internationale Studierende zur Verfügung. Ich würde dringend empfehlen, dort auch unterzukommen, selbst wenn dieser Aufenthalt für viele eine neue Erfahrung darstellen dürfte. Rückblickend muss ich sagen, dass das Leben auf dem Campus einer der entscheidenden Aspekte war, die diesen Aufenthalt für mich so besonders gemacht haben. Das Gebäude entspricht dabei nicht unbedingt dem Standard, den der Leser dieses Berichts vermutlich gewohnt ist. Die Zimmer sind wenig einladend, die Matratzen nur wenige Zentimeter dünn, die Fenster zugig, das Licht grell. Gerade in den ersten Tagen war das nicht immer einfach. Heute vermisse ich diese Zeit jedoch besonders, wenn ich an meinen Aufenthalt zurückdenke. Die Möglichkeit, ständig von Menschen umgeben zu sein, die sich in derselben Situation befinden wie man selbst, macht dieses Campusleben einzigartig. Ich erinnere mich an viele schöne Begegnungen auf den Fluren, im Bad oder im Trockenraum. Kleinigkeiten wie das abendliche Zähneputzen neben Mitstudierenden aus Pakistan, Russland oder Vietnam, während man ganz nebenbei die Regeln des Krickets erklärt bekommt, das Beobachten der Zubereitung spezieller Gerichte oder Gespräche über Alltägliches, all das ist weder zu Hause noch bei einem europäischen Auslandsaufenthalt in dieser Form möglich. Die Universitätskultur wird maßgeblich dadurch geprägt, dass alle zusammen wohnen, essen, lernen, Tischtennis spielen und generell viel Zeit miteinander verbringen. Eine großartige Erfahrung, die ich mir auch für Deutschland wünschen würde. Die Universität wird so von einer Nebensache zum Lebensmittelpunkt, und Freundschaften entstehen ganz selbstverständlich. Besonders interessant ist dabei die Mischung aus CDIR-Stipendiaten, lokalen Studierenden und anderen internationalen Studierenden. So bekommt man nicht nur die Möglichkeit, China kennenzulernen, sondern auch die Herkunftsländer der Kommilitonen. Diese Art von Austausch zieht meist offene und neugierige Menschen an,sodass man selten allein ist und viel gemeinsam erlebt, sei es bei Reisen in Regionen wie die Innere Mongolei odernach Tibet, bei der Erkundung Pekings oder im ganz normalen Alltag auf dem Campus.

Um diesen Bericht nicht zu lang werden zu lassen, spare ich detaillierte Schilderungen einzelner Erlebnisse aus, da diese ohnehin sehr individuell sind. Ich kann jedoch versprechen: In China gibt es mehr als genug zu erleben. Aufgrundseiner Vielfalt wirkt das Land fast wie ein eigener Kontinent. Insgesamt war ich mit der Universität sehr zufrieden. Die CUPL ist trotz ihres guten Rufs im Bereich Jura keine der größten Universitäten Pekings. Die Professoren waren stets bemüht, uns Austauschstudierenden eine gute Zeit zu ermöglichen. Besonders empfehlen kann ich die Veranstaltungen von Professor Zhang Wei, der ein aufrichtiges Interesse an uns hatte und auch in den Pausen oder außerhalb der Lehrveranstaltungen immer für ein Gespräch offen war. Für mich besonders interessant waren die Seminare, die sich nicht nur mit rein rechtlichen Themen befassten, sondern auch kulturelle und politische Aspekte einbezogen. Ich habe hier viel Neues lernen dürfen und erinnere mich gerne an sehr offene Diskussionen zurück, etwas, das man in dieser Form vielleicht nicht unbedingt erwartet. Es bietet sich die Gelegenheit, nicht nur ein neues Land und eine neue Sprache kennenzulernen, sondern auch in einem gänzlich anderen System zu studieren. Im besten Fall führt das dazu, die eigenen Vorstellungen davon, wie die Welt ist oder sein sollte, kritisch zu reflektieren, und sie entweder zu hinterfragen oder sogar zu festigen. Das Interesse an unseren Erfahrungen und Sichtweisen war von Seiten der Professoren dabei stets groß.

Trotz all der positiven Erfahrungen gibt es natürlich auch Herausforderungen, die man nicht unterschätzen sollte. China ist ein Land, in dem es nicht selbstverständlich ist, dass alle Englisch sprechen, in dem einem das Essen manchmal fremd vorkommt und in dem vieles grundsätzlich anders funktioniert. Gerade in den ersten Tagen kann das überfordernd sein. Ich selbst hatte damit nicht gerechnet, da ich unmittelbar zuvor bereits ein Jahr im Ausland studiert hatte und auch sonst viel gereist bin. Hat man diese anfänglichen, anstrengenden und teils überfordernden Tage jedoch hinter sich gelassen, eröffnet sich die Möglichkeit einer einzigartigen Erfahrung, die noch lange nachwirkt. So kann ich mir, nach anfänglichen Zweifeln und der mehr oder weniger ernsthaft geplanten frühzeitigen Abreise, inzwischen sogar vorstellen, ein Master- oder Promotionsstudium in China zu absolvieren. Ausschlaggebend dafür sind die ständigen neuen Eindrücke und vor allem die Menschen vor Ort, die es mit ihrer Neugier und Herzlichkeit, insbesondere auch gegenüber „Ausländern“, leicht machen, sich in dieses besondere Land zu verlieben.

Abschließend möchte ich noch auf die besondere Konstellation eingehen, dass dieses Auslandssemester mit einem Stipendium des CDIR verbunden ist. Dieses erleichtert einerseits die Finanzierung, bietet andererseits aber vor allem eine sehr gelungene ideelle Förderung. Man fühlt sich während des Semesters nicht nur als Student der CUPL, sondern auch als Stipendiat des CDIR. Diese ideelle Förderung reichte von lockeren Treffen über interessante Fachkonferenzen bis hin zu einem Ausflug nach Shanghai, der mir bis heute als eines der Highlights dieses Semesters in Erinnerung geblieben ist. Besonders schön war dabei auch die Möglichkeit, chinesische Studierende aus Nanjing und Shanghai kennenzulernen, mit denen ich auch danach noch in Kontakt stand. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei dem CDIR-Direktorium bedanken, das maßgeblich dazu beigetragen hat, dass wir im Rahmen des CDIR-Stipendiums viele besondere Erfahrungen machen konnten. Ich hoffe, ich konnte interessierten Leser ein Gefühl dafür vermitteln, was sie erwartet, wenn sie sich für diesen Austausch entscheiden. Sollte man Zweifel haben, ob ein solches Vorhaben, gerade im Jurastudium, sinnvoll ist, kann ich nur empfehlen, diese Zweifel und möglichen Gegenargumente für einen Moment beiseite zuschieben und sich auf die Erfahrung einzulassen. Man sollte sich der Schwierigkeiten, die ein Auslandssemester im Allgemeinen und dieses im Besonderen mit sich bringt, bewusst sein, dabei jedoch nicht die Chancen verpassen, die sich hier bieten. Am Ende sollte es weniger darum gehen, wie viel für das Jurastudium anerkannt wird, sondern vielmehr um die Möglichkeit, für ein paar Monate in einem uns so fernen und manchmal doch erstaunlich nahen Land zu studieren.

5. Linda Bellin von der Humboldt-Universität zu Berlin – Wintersemester 2025/26

Ich heiße Linda und studiere derzeit Jura im achten Semester an der Humboldt- Universität zu Berlin. Dank der finanziellen Unterstützung des CDIR konnte ich ein Auslandssemester an der China University of Political Science and Law (CUPL) in Beijing absolvieren. Meine Anreise erfolgte Anfang September 2025, die Abreise Anfang Januar 2026. Während meines Aufenthalts lebte ich im Studentenwohnheim auf dem Haidian Campus, wodurch ich den chinesischen Studienalltag aus nächster Nähe kennenlernen und schnell Kontakte zu einheimischen Studierenden knüpfen konnte. Ziel meines Auslandsaufenthalts war vor allem, einen authentischen Einblick in die chinesische Kultur zu gewinnen, den Alltag vor Ort kennenzulernen und möglichst viel vom Land zu sehen.

Akademisch belegte ich die Kurse Public International Law, Chinese Culture and Law, Chinese Civil Law sowie Chinese Constitutional Law. Ergänzend dazu erhielt ich Sprachunterricht von einem Mitstudierenden, der über das CDIR ausgewählt wurde. Besonders bereichernd war auch die vom CDIR organisierte Exkursion vom 17. bis 19. Oktober nach Shanghai, bei der wir die Tongji- Universität besuchten, an fachlichen Diskussionen teilnahmen und Studierende der Tongji- Universität und Nanjing- Universität kennenlernen konnten.

Durch die Förderung des CDIR war es mir zudem möglich, über Beijing hinaus zu reisen und verschiedene Regionen Chinas kennenzulernen. Ich besuchte unter anderem die Innere Mongolei, Tibet, die Sichuan- Provinz, Shanghai, Hongkong, Xi’an, Guilin und Harbin. Diese Reisen haben mir geholfen, ein besseres Verständnis für die kulturelle Vielfalt und den Alltag in China zu entwickeln. Ohne die finanzielle Unterstützung des CDIR wäre dies in diesem Umfang nicht möglich gewesen. Hilfreich war außerdem die Vorbereitung auf organisatorische Besonderheiten in China, insbesondere durch den CDIR-Vizedirektor Balduin Benesch. Hinweise zu VPN- Verbindungen sowie die Einführung in zentrale Apps wie WeChat und Alipay erleichterten den Einstieg vor Ort erheblich.


Insgesamt hat mir die Förderung ermöglicht, China sowohl akademisch als auch kulturell kennenzulernen. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse werden mir im weiteren Verlauf meines Studiums, insbesondere im Hinblick auf Internationalisierung und die Interpretation internationalen Rechts, von Nutzen sein. Ich danke dem CDIR herzlich für die Unterstützung, die für mich eine große Entlastung dargestellt hat.