Dezember-Aktivitäten am CDIR: Zwischen dem chinesischem Roten Kreuz, Politikern, Glühwein und Montagsmalerei

Peking, den 12. und 22. Dezember.

Politik aus nächster Nähe: Der Nexus zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe

Anfang Dezember hatten wir als deutsche Austauschstudierende des CDIR die Gelegenheit, am Chinesisch-Deutschen Forum zur Entwicklung der Menschenrechte 2025 in Beijing teilzunehmen. Eingeladen wurden wir gemeinsam von der Friedrich-Eber-Stiftung und dem CDIR-Vizedirektor Balduin Benesch. Wir saßen direkt am Konferenztisch zwischen chinesischen und deutschen Expertinnen und Experten und konnten die Diskussionen unmittelbar verfolgen.

Das Forum wird jährlich veranstaltet und von der ehemaligen Justizministerin Prof. Däubler-Gmelin als Schirmherrin betreut.

Die Vielzahl der Beiträge – unter anderem aus dem deutschen Parlament, von chinesischen und deutschen Fachinstitutionen sowie von Organisationen wie dem Deutschen und Chinesischen Roten Kreuz – vermittelte uns ein vielschichtiges Bild der aktuellen Lage und der langfristigen Entwicklung der internationalen Menschenrechts- und Entwicklungspolitik. Deutlich wurde, dass geopolitische Spannungen weltweit dazu führen, dass in vielen Ländern weniger Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe bereitgestellt werden.

Mehrere Rednerinnen und Redner betonten dabei, dass gerade präventive Hilfe besonders wirksam sei: Investitionen in Bildung, Infrastruktur und institutionelle Strukturen könnten Krisen vorbeugen, bevor akute humanitäre Notlagen entstehen. Neben staatlichen Akteuren und großen Organisationen wie dem Deutschen und Chinesischen Roten Kreuz wurde daher auch eine stärkere Einbindung von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gefordert, um flexibler und näher an den betroffenen Gemeinschaften arbeiten zu können.

Für uns war es besonders eindrücklich, politische Diskussionen dieser Art einmal nicht nur aus der Theorie zu kennen, sondern direkt mitzuerleben – unter anderem auch durch Beiträge der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin und der Institution – mit einem im westlichen Ländern sicherlich umstrittenen Namen – China Foundation for Human Rights Development und seines Vizepräsidenten, LI Hongkui. Beim anschließenden Abendessen konnten wir unsere Eindrücke vertiefen und insbesondere mit Mitarbeitenden der FES sowie ihrem China-Leiter Sergio Grassi über aktuelle geopolitische Entwicklungen oder auch Winteraktivitäten in Peking besprechen.

Weihnachten in Beijing: Austausch im Alltag

Nur zehn Tage, am 22.12. später erlebten wir einen ganz anderen, ebenso prägenden Moment unseres Aufenthalts. Kurz vor Weihnachten wurden wir gemeinsam mit den chinesischen CDIR-Studierenden zu einem Glühwein- und Plätzchenabend vom Vizedirektor, Balduin Benesch, zu sich nach Hause eingeladen . In entspannter weihnachtlicher Atmosphäre und mit zirka 20 Studierenden wurde gespielt, gesungen und viel gelacht – begleitet von Musik und sogar gemeinsam mit dem Dekan Prof. Xie.

Gemeinsam wurde gelacht, gespeist, gesungen und gespielt. Herr Prof. Xie (Foto ganz links) beim Montagsmalen versuchte er die deutschen Partneruniversitäten auf einer zuckerwatte-artigen Landkarte und das deutsche Verfassungsrechtsgebäude darzustellen – es wurde allerdings nur die Rotweinflasche ganz rechts erraten.

Dicht zusammengerückt im warm dekorierten Wohnzimmer von Herrn Benesch sprachen über deutsche Weihnachtsbräuche, über das gerade abgeschlossene Semester und über das Sprachenlernen. Auf die Frage, was wir aus unserem Semester am meisten vermissen werden, nannten viele von uns das angenehme Campusleben in Beijing: kurze Wege, alles an einem Ort und eine enge Gemeinschaft. Für die chinesischen Studierenden stand als Motto für das nächste Jahr vor allem eines fest: Deutschlernen, Deutschlernen und Deutschlernen – mit weiteren Intensiven Sprachkursen zum Januar mit dem ebenfalls anwesenden CDIR-Sprachlektor Gregor Romanik. Das gemeinsame Weihnachtssingen war da schonmal ein toller Anfang. Ein wunderschöner Abschluss für unseren Semesteraufenthalt in Peking.

Rückblickend zeigen beide Veranstaltungen für uns zwei Seiten desselben Austauschs: internationaler fachlicher Dialog auf Augenhöhe und persönliche Begegnungen im kleinen Kreis. Genau diese Mischung macht unser Auslandssemester in Peking so besonders.