03. März 2025, Chongqing.

Zum Beginn des Sommersemesters hielt Balduin Benesch, Vizedirektor des Chinesisch-Deutschen Instituts für Rechtswissenschaften (CDIR), an der Southwest University of Political Science and Law (SWUPL) in Chongqing einen Vortrag auf Chinesisch über den deutschen juristischen Gutachtenstil und die deutsche Willenserklärung. Gemeinsam mit den über 80 anwesenden Studierenden analysierte er klassische zivilrechtliche Fälle, darunter den bekannten Trierer Weinversteigerungsfall. Die Veranstaltung fand großen Anklang, da sich die Studierenden lebhaft an der Fallbearbeitung beteiligten und im Anschluss verstärkt Interesse am CDIR zeigten.
Gleichzeitig konnten wertvolle Kontakte zu den deutschsprachigen Hochschullehrern der SWUPL – darunter Herrn Lei Yong (雷勇), Herrn Huang Jiazhen (黄家镇), Frau Bai Yuanyuan (白媛媛), Herrn Huang Lei (黄磊) und Herrn Hu Chuanning (胡川宁) – geknüpft bzw. vertieft werden.

Die SWUPL als Partneruniversität des CDIR
Die SWUPL ist die größte juristische Talentschmiede Südchinas und pflegt seit mehreren Jahren enge Beziehungen zum CDIR. Sie beherbergt mehrere führende chinesische Jurafakultäten und gilt als südchinesisches Pendant zur China University of Political Science and Law (CUPL) in Peking. Mit über 25.000 Jurastudierenden stellt sie eine bedeutende Kaderschmiede sowohl für China als auch für das CDIR dar. Jährlich entscheiden sich mehrere SWUPL-Studierende für ein Masterstudium am CDIR, oft mit ersten Deutschkenntnissen und einem besonderen Interesse am deutschen Rechtssystem.
CDIR-Alumni als Brücke zur SWUPL
Maßgeblich für die Organisation des Vortrags spielte Herr Dr. Li Hai (李海), Associate Professor an der SWUPL. Dr. Li absolvierte 2012 seinen LL.M. am CDIR und promovierte 2016 an der Universität Frankfurt. Neben seiner Forschung unterrichtet er eine Vielzahl juristischer Kurse, darunter den Gutachtenstil sowie chinesisches und deutsches Zivilrecht. Sein Engagement für den akademischen Austausch zwischen China und Deutschland zeigt sich nicht nur in seiner Lehre und Forschung, sondern auch in der aktiven Betreuung seiner Studierenden.
Beim CDIR-Alumni-Treffen 2024 in Peking kamen die aktuellen CDIR-Studierenden und SWUPL-Absolventen Qiu Zhaohui, Wang Songjie und Fan Yuke erneut mit ihrem ehemaligen Professor zusammen, um ihre Erfahrungen auszutauschen (siehe Bild unten links). Schon seit mehreren Jahren motiviert Dr. Li viele seiner Studierenden erfolgreich zu einem Masterstudium am CDIR und auf den weiteren akademischen Weg in Deutschland.

Der Gutachtenstil – Potenzial für den chinesisch-deutschen Rechtsaustausch
Im Mai 2024 war es Prof. Xie Libin, Dekan des CDIR, der von der SWUPL eingeladen wurde, um dort verfassungsrechtliche Fälle unter Anwendung des Gutachtenstils zu präsentieren (siehe Bild unten rechts). Die Technik des Gutachtenstils, die tief in der deutschen Rechtswissenschaftstradition verwurzelt ist, wird seit mehreren Jahren an verschiedenen chinesischen Universitäten gelehrt und diskutiert. Die analytische und lösungsorientierte Fallbearbeitung stößt bei chinesischen Jurastudierenden auf großes Interesse und birgt erhebliches Potenzial, um das Studium des deutschen Rechts in China weiter zu fördern. Die enge Zusammenarbeit zwischen der SWUPL und dem CDIR bleibt ein zentraler Baustein des chinesisch-deutschen Rechtsaustauschs.
