Semesterausklang am CDIR: Wie chinesische Studierende den Sprung nach Deutschland vorbereiten

Peking, den 16. Juni 2026.

Das Ende des Sommersemesters ist am Chinesisch-Deutschen Institut für Recht (CDIR) traditionell nicht nur eine Zeit der Abschlussprüfungen, sondern auch des intensiven außercurricularen Lebens. In den vergangenen Wochen kamen unsere Studierenden bei Informationsveranstaltungen, einem Verhandlungstraining und einem gemeinsamen Semesterabschlussessen zusammen – und bereiteten sich, ganz praktisch und im kameradschaftlichen Austausch, auf den nächsten Schritt ihres deutsch-chinesischen Werdegangs vor.

Informationsveranstaltung: Stimmen aus Deutschland, aus erster Hand

Im Zentrum stand eine Informationsveranstaltung, bei der aktuelle chinesische Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni des CDIR über Studium, Leben und Karriere in Deutschland berichteten. Einige Alumni kamen eigens für die Veranstaltung auf den Campus; die derzeit an den deutschen Partneruniversitäten Studierenden schalteten sich online zu und stellten ihre Hochschule, das jeweilige Curriculum und ihre Stadt vor.

Für die zuhörenden Studierenden – allen voran die ersten beiden CDIR-Jahrgänge – war vor allem das Konkrete wertvoll: Wie findet man eine Wohnung? Welche Schwerpunkte setzt man sinnvoll im Curriculum? Und wie sieht es mit der Karriere aus? Offen diskutiert wurde dabei auch die größere Frage, ob sich ein vollständiges deutsches Staatsexamensstudium – wie es einige CDIR-Absolventen auf sich genommen haben – wirklich empfiehlt, ebenso die Promotion. Genauso ehrlich ging es um den Weg zurück: die Rückkehr nach China und die Zulassung zur staatlichen Beamtenprüfung.

Bemerkenswert war die Atmosphäre. Zwischen denen, die schon in Deutschland sind, und denen, die bald folgen, wurden nicht nur Kontakte ausgetauscht, sondern auch viel Mitgefühl und Kameradschaft – ein ehrliches Eingeständnis, dass der Weg fordernd ist, getragen vom gemeinsamen Wissen, ihn miteinander zu gehen.

Auch das Institut profitierte: Vizedirektor Balduin Benesch und weitere CDIR-Hochschullehrer konnten die aktuellen Erfahrungsberichte unmittelbar nutzen, um Anfang Juni bei den eigenen Bachelorstudierenden des Doppelstudiums Deutsch und Jura für das CDIR zu werben und potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern ein realistisches Bild zu vermitteln.

Bild links: hybride Informationsveranstaltung mit Alumni und Stipendiaten; Bild mitte und Bild rechts: gemeinsames Semesterabschlussessen mit verbliebenen dt. Austauschstudierenden und anschließendes Gruppenfoto.

Verhandlungstraining: Die deutsche Sprache jenseits des Gutachtens

Nach den beiden Kurzzeitdozenturen, die jeweils mit einer Abschlussprüfung endeten, bot ein eigener Workshop zum Verhandlungstraining einen willkommenen Perspektivwechsel. In einer mediationsähnlichen Konstellation sollten zwei Anwaltsteams jeweils ihre Klienten vertreten und miteinander verhandeln – nach einer ausführlichen internen Teambesprechung im Vorfeld.

Der Fall hatte es in sich: Unternehmerische, rechtliche, soziale und logistische Probleme prallten aufeinander. Sichtlich mit Freude stellten sich die Studierenden der Herausforderung – und konnten sich endlich einmal in ihrer deutschen Sprache profilieren, abseits von Gutachtenstil und Meinungsstreit. Gewinnen konnte am Ende allerdings keine der beiden Parteien: Dafür waren beide Seiten zu hartnäckig – und vielleicht nicht ganz kreativ genug. Eine Lektion, die in der anwaltlichen Praxis mindestens so wertvoll ist wie ein klarer Sieg.

Semesterabschlussessen: Einzigartige Gespräche und gute Laune

Den geselligen Abschluss bildete vergangene Woche ein – etwas vorgezogenes – Semesterabschlussessen, zu dem auch die verbliebenen deutschen Austauschstudierenden hinzukamen. In privater Restaurantatmosphäre wurde ausgetauscht, was die deutschen Studierenden aus China „mitnehmen” werden, und es entspannen sich einige durchaus einzigartige Gespräche – nicht zuletzt angeregt vom Fernsehprogramm im Raum, das gerade über chinesische Regierungsbesuche in Nordkorea berichtete.

Daneben blieb viel Raum für Leichtigkeit: Es wurde Stille Post gespielt, über Wohnungssuchstrategien für jene chinesischen Studierenden diskutiert, die planmäßig in einigen Monaten ihr Studium an den deutschen Partneruniversitäten aufnehmen werden, und mit weiteren Spielen für gute Stimmung gesorgt. Mit dem abschließenden Nachtisch im Bauch waren sich die Teilnehmenden einig: ein rundum gelungener Abend.

Bild links: Eine Studierendengruppe bereitet sich auf eine Präsentation vor; Bild mitte: volle Konzentration bei der Abschlussklausur; Bild rechts: abschließende Verhandlungssimulation zum Workshop – zwei Teams treten „gegeneinander“ an.

Und schließlich: die Abschlussprüfungen

Bei allem Austausch und aller Geselligkeit stand am Ende natürlich auch die fachliche Bewährungsprobe – die Abschlussklausuren zu den Kurzzeitdozenturen, in denen die Studierenden konzentriert das Erarbeitete zu Papier brachten.

Für manche chinesische Studierende steht im Juli noch die letzte Chance zum Bestehen des deutschen Sprachtests TestDAF an bevor es nach Deutschland geht – zudem laufen die letzten Vorlesungen erst zum Ende des Monats. Damit wird sich der Kreis eines Semesters schließen, das fachliche Herausforderungen und menschliche Nähe verbunden hat. Das CDIR wünscht allen Studierenden – jenen, die bald nach Deutschland aufbrechen bzw. schon nach Deutschland zurückgereist sind, ebenso wie jenen, die ihren Weg hier fortsetzen – einen guten Übergang und freut sich auf ein Wiedersehen im kommenden Semester.