Peking, den 12. bis 30. November 2025.
Im November 2025 durfte das Chinesisch-Deutsche Institut für Rechtswissenschaft zwei junge Nachwuchswissenschaftler/innen der Humboldt-Universität zu Berlin begrüßen: Laszlo Aust, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Europäisches Strafrecht und Neuere Rechtsgeschichte, sowie Melina Braun, Doktorandin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Weizenbaum-Institut in Berlin mit dem Schwerpunkt Recht der Digitalisierung.
Beide übernahmen jeweils zweiwöchige Kurzzeitdozenturen, um den chinesischen CDIR-Masterstudierenden fundierte Einführungen in ihre Fachgebiete zu geben. Bemerkenswert war in diesem Monat insbesondere der Austausch auf Augenhöhe: Die nahbare und zugängliche Lehrmentalität der Dozierenden förderte die Kommunikation, baute Hemmschwellen ab und erleichterte den Austausch. Auch die deutschen Austauschstudierenden, die zeitweise als Gasthörerinnen teilnahmen, profitierten von diesem dynamischen Lernumfeld.
Digitalisierungsrecht: Überblick über Datenrecht, KI und digitale Produkte
Frau Braun vermittelte einen strukturierten Überblick über das moderne Recht der Digitalisierung, darunter das Datenrecht, das Recht digitaler Produkte sowie Fragen der Künstlichen Intelligenz. Ihre Lehre stützte sich maßgeblich auf aktuelle europäische und deutsche Rechtsquellen – hochdynamische Bereiche, die sich derzeit besonders schnell weiterentwickeln.
Im Anschluss an ihre Lehrveranstaltungen nutzte Frau Braun ihren Aufenthalt in Peking für fakultäts- und universitätsübergreifende Forschungsaktivitäten und tauschte sich mit Wissenschaftler/innen zu Fragen des Geistigen Eigentums und des IT-Rechts aus.

Strafprozessrecht und Internationales Strafrecht
Herr Aust führte in zentrale Prinzipien und Grundstrukturen des deutschen Strafprozessrechts ein. Darüber hinaus gab er einen Einblick in das Internationale Strafrecht und stellte Bezüge zu seinem Dissertationsthema im Bereich des Völkerstrafrechts her. Sein didaktischer Ansatz verband systematische Grundlagenvermittlung mit Fallbeispielen und aktuellen Entwicklungen im transnationalen Strafrecht.
Engagement, Austausch und akademische Anforderungen
Durch ihre Offenheit, klare Didaktik und Bereitschaft zum persönlichen Austausch gelang es beiden Kurzzeitdozent/innen, das Interesse der Studierenden zu wecken und nachhaltige Motivation für die weiteren Studienphasen zu schaffen. Auch außerhalb des Unterrichts ergaben sich vielfältige Gespräche, die den interkulturellen und fachlichen Austausch vertieften.
Die akademischen Anforderungen blieben zugleich hoch: Beiden Gastdozent/innen war es wichtig, nicht nur fachliche Inhalte zu vermitteln, sondern auch universitäre wissenschaftliche Standards einzuüben – unter anderem durch Gruppendiskussionen und Aufgaben zur wissenschaftlichen Argumentation. Die Abschlussleistung beider Kurse besteht in der Anfertigung eines Essays, der in den kommenden Wochen einzureichen ist, parallel zum Ausklang des Semesterprogramms.
Das CDIR dankt Frau Braun und Herrn Aust sehr herzlich für ihre engagierten Beiträge zur Lehre und zum wissenschaftlichen Austausch in Peking.
